PUR – Pugiles Urbanum

pur_banner_ Der Begriff Fechten, von althochdeutsch fehtan ‘kämpfen, streiten’, bezeichnet ursprünglich die gesamte Bandbreite des „Kämpfens“. Und keineswegs nur den Kampf mit dem Schwert. Wer also tatsächlich Fechter oder „Kämpfer“ sein möchte, der sollte auch in der Lage sein sich ohne Waffen verteidigen zu können, sollte in der Lage sein einen Fauststoß anzubringen, ohne sich dabei die Finger zu brechen.

 

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Es sollte daher selbstverständlich sein das ein heutiger historischer Fechter oder Schwertkämpfer, sich auch mit waffenloser Kampfkunst auseinandersetzt. Um dies bei Gladiatores zu ermöglichen haben wir PUR oder Pugiles Urbanum entwickelt. Dies wird aktuell bei Gladiatores in Karlsruhe sowie auf Seminaren schon seit einiger Zeit, neben den historischen, bewaffneten Kampfkünsten Europas, trainiert.

 

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Aber was ist eigentlich PUR oder Pugiles Urbanum?

Pugiles Urbanum heißt die (Faust)Kämpfer der Städte. PUR/Pugiles Urbanum ist ein modernes Allkampfsystem, das auf historischen, europäischen Quellen beruht – es ist jedoch keine Rekonstruktion historischer Fecht- oder Kampftechniken.

Der Schwerpunkt liegt auf funktionaler Selbstverteidigung.

Zur Ausbildung in PUR zählen Faust- und Ringkampf, Stockkampf (auch mit dem Regenschirm z.B.) sowie Dolch und Messer. Basierend auf den Box- und Ringtechniken der mittelalterlichen und Frühneuzeitlichen Fechtmanuskripte (Ringeck, von Danzig, Talhoffer, Codex Wallerstein, Kal, Wurm, Dürer, Goliath, von Auerswald, Maier, Meyer und Petter) und modernen MMA ist Pugiles Urbanum sowohl eine optimale Ergänzung zu den bewaffneten Kampfkünsten als auch eine perfekte Basis für ebendiese.

„Und wisse das alle hoebischeit kompt von deme ringen und alle fechten komen ursachlich und gruntlich vom ringen“ [Johannes Liechtenauer ca. 1389 GNM 3227a]

PUR ist kein Wettkampfsport, da viele Techniken den Tod oder schwere Verletzungen des Gegners beabsichtigen. PUR ist aber eine moderne Selbstverteidigung basierend auf den europäischen Kampfkünsten.

Es gibt aber breite Trainingseinheiten mit Übungskämpfen in denen Stücke aus dem “geselligen Ringen” genommen werden. Dies steigert Koordination und Kondition.

Obwohl ein jeder schwacher Ringer im Ernstfall einem Starken ebenbürtig ist, wenn er Behendigkeit und Mass, Kampfstücke und Mordstücke hervor nimmt, so hat der Starke im geselligen Ringen immer den Vorteil. [Codex Wallerstein, ca. 1470]

Pugiles Urbanum unterrichtet auch das Kämpfen mit typischen einfachen Waffen. Sowohl Unbewaffnet gegen diese Waffen, als auch Waffe gegen Waffe, wie dem Messer und/oder Dolch . Der Stock bzw. Spazierstock, als einfachste Waffe, wird ebenso gegen Unbewaffnete als auch gegen mit Messer oder Stock Bewaffnete unterrichtet. Ringen_Tannenburg2 Tannenburg_Box_Workout2

Pugiles Urbanum stellt also ein selbstständiges und vollständiges Selbstverteidigungs-System dar.

Bereits erstmalig 648 v. Chr. bei den 33. Olympischen Spielen in Griechenland nachweisbar ist “Pankration” (griech. Allkampf mit Techniken wie z.B. Stoßen, Treten, Werfen, Bodentechniken, Hebeln, Würgen) bekannt.

Aber auch schon in Ägypten und Babylon findet man Anleitungen zum Ring- unpankrationd Faustkampf.  Darauf aufbauend interpretieren wir die historischen europäischen Fecht- und Ringhandschriften des 15.-19. Jahrhunderts. Obwohl relativ wenige detaillierte Beschreibungen von Fauststößen bzw. Schlägen und Tritten vorhanden sind gehen wir davon aus das diese als selbstverständlich vorausgesetzt wurden.

Wir finden in den Manuskripten daher meistens die schwerer zu merkenden Hebelketten. Viele Stücke lassen sich dem “geselligen Ringen” (zur körperlichen Ertüchtigung, zum Vergnügen aber auch zur Vorbereitung auf ernsthafte Auseinandersetzungen) zuordnen.

Diese Übungen lassen sich jedoch durch die Hinzunahme von “Mord- und Kampfstücken” schnell in ernsthafte Verteidigung wandeln. Zudem kann man Tritte, Schläge und Stöße wahrscheinlich zu den “verporgenen-”, “Mord-” oder “Kampfstücken” zählen.

Diese sind jedoch vor allem für das Bloßringen also ohne Harnisch sinnvoll. Im Harnischringen haben ganz klar die Hebel und Würfe Priorität (die ebenfalls “Mord- und Kampfstücke” enthalten).

Was wird also genau trainiert?

Waffenlos

Fallschule (vor, seitlich, rück, Durchrollen)
Distanzen (Tritt, Schlag+Stoß, Ellbogen+Knie, Wurf+Hebel)
Fußtritte und Fußstöße (vor,seitlich,rück,halbkreis)
Faustschläge(Schwinger,Haken,Rückhand,Hammer) und    
Fauststöße (Jab, Cross)
Kniestoß und Knieschlag Ellbogenstoß und Ellbogenschlag
Würfe undTakedowns Hebel im Stand und am Boden
Würger im Stand und am Boden
Brüche gegen Angriffe Brüche gegen Brüche
Bodenkampf
Bewaffnet Dolch/Messer
Spazierstock
 PUR Termine 2014:
Kriegerlager 2014 – das Fightcamp” – Mi. 21.05. bis So. 25.05.2014
Wo: Burg Tannenburg http://gladiatores.de/Kriegerlager.html
PUR – Messer- und Dolchkampf“  Sa. 30.08.+ So. 31.08.2014 Wo: Karlsruhe
http://gladiatores.de/WE-KA14.html
Oder im regelmäßigen Training in Karlsruhe:
Mittwochs – 18.00 – 19.00 Uhr “PUR-Pugiles Urbanum” oder  Donnerstags – 20.00 – 21.00 Uhr “PUR-Pugiles Urbanum